Im ehemaligen Heustall in Ardez verbindet STRIMER architects Engadiner Baukultur mit modernster Planung – Architektur mit Haltung, ohne Eile, tief im Ort verwurzelt.
Im Unterengadin, wo steile Berghänge den Himmel rahmen und das Licht in den Dörfern eine eigene Zeit zu messen scheint, liegt Ardez. Zwischen den historischen Häuserzeilen verbirgt sich ein Ort, der Vergangenheit und Zukunft auf selbstverständliche Weise verbindet: das Büro von STRIMER architects. In einem ehemaligen Heustall eines Engadinerhauses treffen heute virtuose Modelle und handfeste Baukunst aufeinander. Wer die Räume betritt, spürt sofort: Hier wird nicht geredet, hier wird geantwortet – mit Entwürfen, die im Dialog mit Ort und Zeit entstehen.

Eine Haltung, die aus dem Boden wächst
Die architektonische Haltung von STRIMER architects ist von einer bemerkenswerten Zurückhaltung geprägt. In einer Disziplin, die oft von Selbstinszenierung lebt, gilt hier ein Credo, das man wie eine leise Ansage verstehen kann: Es sei ein Fehler, wenn Architekten sich in Wort und Schrift über ihre Arbeit äussern. Diese Überzeugung, die im Büro offen zitiert wird, schafft Platz für das Wesentliche – für Bauwerke, die ohne Erklärung bestehen.
Dieser Fokus auf das Wesentliche zeigt sich auch im Umgang mit gesellschaftlichen und politischen Fragen. Die Raumplanung in der Schweiz befindet sich in einem ständigen Wandel, Beteiligungsprozesse haben zugenommen, und manches Projekt droht in Diskussionen zu zerfasern. Statt sich in lähmender Kritik zu verlieren, sucht das Büro nach Lösungen. Es geht um die Chance, regionale Entwicklungen im demografischen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Sinne mitzugestalten. Man weiss, dass solche Prozesse Zeit brauchen – und genau diese Geduld setzt STRIMER architects in konkrete Planung um.
Gleichzeitig ist das Büro technologisch auf der Höhe der Zeit. Virtuelle Darstellungen machen Räume und Bauten schon vor der Grundsteinlegung erfahrbar. Für künstliche Intelligenz ist man offen, ohne ihr die kreative Führung zu überlassen. Innovation bedeutet hier nicht das neueste Werkzeug, sondern die Fähigkeit, mit allen Sinnen zu entwerfen.

Ein Büro im Dorf, ein Team im Dialog
Der Arbeitsort prägt die Arbeit. Der ehemalige Heustall in Ardez wurde zu einem offenen, freundlichen Büro umgebaut, das traditionelle Elemente bewusst integriert. Die Holzstrukturen des Engadinerhauses umgeben ein Team, das mit modernster Ausrüstung und vernetzten Arbeitsplätzen arbeitet. Acht Fachleute bringen ihre Erfahrung in jedes Projekt ein. So entsteht eine Atmosphäre in traditioneller Umgebung verbunden mit aktueller Ausrüstung, die sowohl konzentrierte Arbeit als auch kollegialen Dialog ermöglicht. Auch ein wichtiger Dialog erstreckt sich über die Büromauern hinaus, indem man Bauherren, Fachplaner und Handwerkern aller Art zuhört und zusammen Lösungen erarbeitet und findet.
Das volle Spektrum des Bauens
Das Leistungsangebot von STRIMER architects reicht von der klassischen Architektur über die Bauleitung bis zur Energie-, Immobilien- und Finanzierungsberatung. Mit dem Konzept ENGiADiNA purely work verfolgt das Büro einen Ansatz, der tief in der regionalen Baukultur verwurzelt ist und gleichzeitig den heutigen Anforderungen an Effizienz und Nachhaltigkeit gerecht wird. Bei jedem Projekt geht es um mehr als die Anordnung von Räumen: Es geht um den Ausdruck, die sichtbare Oberfläche, die Logik der Konstruktion und die Tragstruktur. Dieses Wissen gibt das Team auch an Jugendliche weiter – Ausbildung ist ein fester Bestandteil der Bürophilosophie.
Ein Architekt mit vielen Gesichtern
Jon Armon Strimer, dipl. Architekt FH/SIA, führt das Büro seit 2006, welches er von seinem Vater Jonpeider Strimer übernommen hat. Aufgewachsen im Engadin, absolvierte er nach der Hochbauzeichnerlehre in Ardez das Architekturstudium an der Zürcher Hochschule Winterthur. Es folgten Jahre in der Ostschweiz und in St. Moritz, die ihm Einblicke in architektonische Theorie und Baupraxis gaben. Im Jahr 2000 kehrte er ins Familienunternehmen zurück. Im 2007 lernte er seine Frau Waltraud Strimer-List kennen. Sie ist seitdem auch im Betrieb eingebunden. Sein Engagement beschränkt sich nicht auf das Zeichenbrett: Als Vater, Musikant und Jäger kennt er das Leben in der Region aus unmittelbarer Erfahrung; als Regionalrichter und Präsident des HGV Unterengadin ist er in die sozialen und wirtschaftlichen Netzwerke eingebunden. Diese Vielschichtigkeit spürt man in den Projekten des Büros – sie sind nicht nur fachlich durchdacht, sondern menschlich verankert.
Wer STRIMER architects erlebt, versteht schnell: Hier entsteht keine Architektur, die Aufmerksamkeit sucht, sondern eine, die Vertrauen schafft. Es sind Bauten, die das Engadin in die Gegenwart übersetzen – mit Haltung, ohne Eile, mit dem Selbstbewusstsein einer Region, die weiss, was sie trägt. Diese Engadiner Klarheit lässt sich nicht kopieren. Man muss sie bauen.
60 Jahre Wurzeln, 20 Jahre Innovation – der Leitsatz des kürzlich gefeierten Betriebsjubiläums umschreibt die Tätigkeit vom Team mit wenigen Worten und trifft es auf dem Punkt: Tradition und zeitgenössischer Geist wird zu eins.
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