In Oberentfelden haucht die Manufaktur MASCH alten Möbeln neues Leben ein – mit Schweizer Präzision und handwerklicher Hingabe. Ein Besuch lohnt sich.
Man tritt ein in eine Welt, in der die Luft nach Leder, Leim und langjähriger Erfahrung riecht. In einer Ecke liegt ein halb bezogener Sessel aus den Fünfzigern, daneben Stapel von feinsten Wollstoffen, und irgendwo summt eine Nähmaschine ihren gleichmässigen Rhythmus. Hier, im Herzen des Aargaus, in einem charmanten Industriequartier, arbeitet ein Team, das Möbel nicht einfach repariert, sondern sie mit einer stillen, fast archaischen Hingabe neu belebt. Willkommen in der Manufaktur MASCH – einem Ort, an dem Handwerk nicht nur eine Fertigkeit, sondern eine Lebenseinstellung ist.

Gegründet wurde die Manufaktur im April 2016 von Manuela Flückiger, einer Industriepolsterin mit Leib und Seele. Was damals als mutiger Schritt begann, ist heute eine feste Grösse in der Schweizer Polsterlandschaft. Die Philosophie des Hauses ist denkbar einfach und doch radikal in einer Zeit der Wegwerfmöbel: Jedes Stück verdient eine zweite Chance – und die verdient es, mit höchster Sorgfalt ausgeführt zu werden. Ob es ein abgenutzter Designklassiker von Le Corbusier, ein geliebter Ohrensessel aus Opas Zeiten oder ein modernes Sofa ist – bei MASCH wird nicht einfach neu bezogen. Es wird gearbeitet. Mit einem Gespür für Proportionen, einer Liebe zum Detail und einem tiefen Respekt vor der ursprünglichen Formensprache.
Vom Neubezug bis zum Unikat: Das Angebot der Manufaktur


Das Leistungsspektrum der Oberentfelder Polsterei ist überraschend breit gefächert. Im Mittelpunkt stehen natürlich die klassischen Arbeiten: das Neubeziehen und Neupolstern von Sofas, Sesseln und Stühlen. Doch die Manufaktur versteht sich als Partnerin für alle, die das Besondere suchen. So entstehen hier nicht nur massgeschneiderte Neubezüge aus edlen Stoffen oder Leder, sondern auch komplette Eigenentwicklungen. Für Architekten, Hotels und Privatkunden werden Prototypen gefertigt, individuelle Objekte gestaltet und selbst anspruchsvolle Sonderwünsche realisiert. Die besondere Handschrift zeigt sich in der Leidenschaft für Materialien: Man arbeitet mit erlesenen Stoffen, Neckleder, aber auch mit überraschenden Elementen wie Kuhfell. Nachhaltigkeit ist dabei kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis – denn die Aufarbeitung eines bestehenden Möbels schont Ressourcen und bewahrt Charakter.
team by MASCH: Eine Tradition lebt weiter


Ein besonders stolzes Kapitel der Manufaktur ist die Fortführung der legendären Sesselmodelle SeNa und DiDo. Was früher unter dem Namen «team by wellis» bekannt war, wird seit 2016 nahtlos bei MASCH gefertigt – mit denselben Polsterern, denselben Werkzeugen, denselben Formen. Um diese Kontinuität sichtbar zu machen, tragen die Modelle heute das klare Label «team by MASCH». Jeder Sessel ist zu 100 Prozent Swiss Made und wird in Oberentfelden von Hand gefertigt. Seit 2025 ist jedes Stück zudem mit einem NFC-Chip ausgestattet, der seine Herkunft und Materialien nachvollziehbar macht – eine Geste der Transparenz, die in der Möbelbranche ihresgleichen sucht. Die Sessel sind keine Trendobjekte, sondern verlässliche Begleiter – zeitlos in der Form, präzise in der Ausführung und offen für individuelle Gestaltungswünsche, von Kontrastnähten bis zu limitierten Editionen.
Handwerk, das verbindet
Was die Manufaktur MASCH von anderen Polstereien unterscheidet, ist nicht nur das technische Können, sondern die menschliche Wärme, die hier herrscht. Das Team – ein eingespielter Kreis aus Industriepolsterern, einer Schreinerin und ambitionierten Lernenden – arbeitet auf Augenhöhe. Man kennt sich, man schätzt sich, und man gibt sein Wissen mit Leidenschaft weiter. Dass die Lernenden der Manufaktur regelmässig zu den besten ihres Jahrgangs in der Schweiz zählen, ist kein Zufall, sondern Programm. Hier wird nicht nach Schema F gearbeitet, sondern mit Köpfchen und Herz. Und das spürt man in jeder Naht.
Ein Besuch in der Manufaktur MASCH ist wie eine kleine Reise in eine vergangene, aber nicht verlorene Welt des Handwerks. Eine Welt, in der Möbel nicht konsumiert, sondern gepflegt werden. In der man sich Zeit nimmt für das Schöne – und in der aus einem abgenutzten Stück ein neuer Schatz wird. Man kommt als Kunde und geht als Freund des Hauses, mit dem guten Gefühl, etwas Bleibendes geschaffen zu haben.
Schlagwörter
Wo Polsterei auf Exzellenz und Handwerkskunst trifft
Oberentfelden, Schweiz


