Ein altes Fabrikgebäude in Zürich. Hohe Fenster, durch die das Licht in langen Bahnen auf den rohen Betonboden fällt. Es riecht nach Papier, Filz und konzentrierter Arbeit. An den Wänden hängen Planskizzen, Modelle aus Karton und Plexiglas, daneben Detailaufnahmen von Ausstellungen und Objekten. Hier, in den ehemaligen Handelsräumen an der Hönggerstrasse, schlägt das Herz von raumprodukt. Ein Ort, an dem Geschichten durch Räume erzählt werden – leise, präzise und mit einer Hingabe, die jedes Projekt zu einem Erlebnis macht.

Die Philosophie von raumprodukt ist keine, die sich in lauten Worten erschöpft. Es ist eine Haltung, die sich im Tun zeigt. «Vom Wollen, Dürfen und Müssen» – so könnte man den kreativen Motor des Teams umschreiben. Es geht um den Antrieb, mit dem Gestalter an Aufgaben herangehen: dem inneren Drang, etwas Schönes und Sinnvolles zu erschaffen, der Freiheit, die ein offener Kunde gewährt, und der Disziplin, die ein Projekt bis zur letzten Schraube verlangt. Diese Trias bildet das Fundament eines Arbeitsethos, das jedes Vorhaben von der ersten Idee bis zum fertigen Endprodukt begleitet.
Erzählungen in Szenografie, Grafik und Raum


Das Portfolio von raumprodukt ist so vielfältig wie die Geschichten, die es erzählt. In der Szenografie entstehen Welten, die Wissen erlebbar machen – sei es die Pilotstation «Spinnen» im Museum Neuthal, die den Besucher in die filigrane Welt des Garns eintauchen lässt, oder die Wechselausstellung «Brückenschlag» im Stadtmuseum Rapperswil. Seit 2024 ist das Grafikdesign als eigenständige Disziplin dazugekommen – in den Bereichen Corporate Design, Webdesign und Buchdesign entstehen visuelle Identitäten, die Klarheit und Charakter vereinen, wie das Erscheinungsbild für die Energy Week oder die Wanderausstellung «mobility & inclusion». Und dort, wo Produktdesign auf Innenarchitektur trifft, entstehen Objekte von haptischer Eleganz – wie die beeindruckende Gigakerze an der Rosengartenstrasse, die Architektur und Licht in eine stimmungsvolle Symbiose bringt. Jedes Projekt trägt die unverwechselbare Handschrift eines Ateliers, das den Dialog zwischen Material, Funktion und Atmosphäre beherrscht.
Für Museen, Gemeinden und Visionäre


Die Kundinnen und Partner von raumprodukt sind so vielfältig wie die Arbeiten selbst. Für das Zoologische Museum entwickelte das Team eine Ausstellung, die den Besucher auf eine Reise durch die Systematik der Tierwelt mitnimmt. In Pratteln entstand eine Dauerausstellung im Bürgerhaus, die lokale Geschichte lebendig werden lässt, während das Anna Göldi Museum mit dem German Design Award internationale Anerkennung für seine zeitgemässe, narrative Gestaltung erhielt. Ob es um städtische Kühlung («Cool down Zurich») oder um die Kraft menschlicher Wünsche («unMÖGLICH?») geht – raumprodukt findet für jedes Thema die adäquate räumliche Form. Die Projekte sind keine reinen Auftragsarbeiten, sondern vertrauensvolle Partnerschaften, in denen das Wollen des Gestalters und das Dürfen des Kunden zu einem grossen Ganzen zusammenfinden.
Ein Atelier, das bewegt
Wer das Atelier von raumprodukt betritt, spürt sofort: Hier wird nicht einfach nur gearbeitet. Hier wird gelebt, was Gestaltung bedeutet. Das Team versteht sich als Begleiter auf einem Weg, der mit einer vagen Idee beginnt und in einem fertigen, begehbaren Erlebnis mündet. Es sind die Momente der Stille zwischen den Konzepten, das Fingerspitzengefühl für das richtige Material, der Respekt vor der Geschichte eines Ortes – all das macht raumprodukt zu einem der spannendsten Akteure in der Schweizer Szenografie- und Ausstellungslandschaft. Neugierig geworden? Es lohnt sich, die Arbeiten dieses Züricher Ateliers zu entdecken – und sich von der Leidenschaft anstecken zu lassen, mit der hier Räume zum Sprechen gebracht werden.


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