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Black-and-white photo of artist Ursula Niemand posing beside one of her large portrait paintings.
Möbel & Einrichtung

Eine Malerin mit italienisch-deutschen Wurzeln

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15. September 20265 Min. Lesezeit
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Wenn man das Atelier von Ursula Niemand in Zürich-Höngg betritt, spürt man sofort eine besondere Ruhe. Es ist der Ort, an dem Fotografien zu Gemälden werden und Gesichter ihre Geschichten erzählen. An den Wänden leuchten grossformatige Portraits, die weniger Abbilder sind als vielmehr seelische Landschaften – jedes einzelne ein stiller Dialog zwischen der Künstlerin und der portraitierten Person. Hier, in diesem Licht, zwischen Pinseln, Pigmenten und Collagen, entsteht Kunst, die nicht nur sieht, sondern versteht.

Ursula Niemand, 1942 geboren und mit Schweizer Bürgerrecht, vereint in sich eine doppelte kulturelle Prägung: die italienische Leidenschaft für das Ausdrucksstarke und die deutsche Gründlichkeit im Handwerk. Diese Synthese wird in ihrem Werk auf faszinierende Weise spürbar. Bekannt wurde sie vor allem als Portraitmalerin, doch ihr künstlerisches Spektrum reicht weit darüber hinaus: Malerei, Zeichnung, Collage, Radierung, Industrial Design, Illustration und Mail Art gehören ebenso zu ihrem Schaffen wie die Beschäftigung mit Nationalhymnen und Lyriktexten, die sie in eigenen Werkgruppen verarbeitet.

Ihr Hauptwerk jedoch ist der Bilderzyklus „Jugendstil" – eine Reihe grossformatiger Gemälde, die Jugendliche in einer bemerkenswert sensiblen Weise portraitiert. Der Titel spielt nicht zufällig auf die Ästhetik der Jahrhundertwende an: Niemands Werke zeichnen sich durch eine ornamentale Feinheit und eine Farbpalette aus, die an die Eleganz des Jugendstils erinnert, ohne je historisierend zu wirken. Vielmehr übersetzt sie die Anmut junger Menschen in eine zeitlose Bildsprache.

Ihre Arbeitsweise ist ein vielschichtiger Prozess: Ursula Niemand arbeitet auf der Grundlage von Fotografien, die sie als „Fotonotizen" bezeichnet. Diese dienen ihr als Gedächtnisstütze, als Skizze im Medium des Lichts. Doch das eigentliche Kunstwerk entsteht erst in der malerischen Interpretation. Sie nimmt das Gesehene auseinander, filtert das Wesentliche heraus und setzt es in Farbe und Form neu zusammen. So wird aus dem technischen Abbild eine künstlerische Vision, die tiefer blickt als die Oberfläche. Ihre Portraits sind niemals bloss Reproduktionen, sondern immer auch Charakterstudien, die den Augenblick der Aufnahme mit der Dauerhaftigkeit der Malerei verbinden.

Diese Herangehensweise verleiht ihren Werken eine erstaunliche Präsenz. Die Dargestellten wirken nicht wie Modelle, sondern wie gleichberechtigte Partner eines schöpferischen Austauschs. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Niemand den direkten Kontakt zu den Portraitierten sucht. Sie begegnet ihnen mit Respekt und einer Neugier, die ihre Bilder bis ins Detail prägt.

Ein Kosmos aus Stillleben, Collage und Illustration

Neben den Portraits nimmt das Stillleben einen grossen Raum im Schaffen der Künstlerin ein. Auch hier zeigt sich ihre Fähigkeit, Alltagsgegenständen eine stille Bühne zu geben und sie mit einer fast magischen Aura zu umgeben. Ihre Collagen wiederum offenbaren eine spielerische Intelligenz: Sie kombiniert Fundstücke, Papiere und Fragmente zu neuen Erzählungen, die zwischen Abstraktion und Figuration oszillieren. Kennern gilt sie zudem als Meisterin der Radierung, einer Technik, die Geduld und Präzision erfordert – Eigenschaften, die ihr künstlerisches Temperament auszeichnen.

Im Bereich der Illustration und des Industrial Design zeigt sich eine weitere Facette ihres Talents. Hier verbindet sie ästhetischen Anspruch mit funktionalem Denken, ohne die künstlerische Freiheit zu verlieren. Ihre Mail Art – künstlerische Korrespondenz, die über den Postweg versendet wird – erweitert ihren Schaffensradius um eine performative Komponente und vernetzt sie mit einem internationalen Kreis von Kunstschaffenden. Diese Vielseitigkeit macht ihr Atelier zu einem Ort der Entdeckungen.

Ein Dialog, der weitergeht

Die Begegnung mit den Werken von Ursula Niemand ist eine Einladung zum Innehalten. In einer Zeit, in der Bilder flüchtig und austauschbar geworden sind, erinnert uns ihre Kunst an die Tiefe, die im persönlichen Blick liegt. Ihre Portraits sind nicht nur Abbilder bestimmter Menschen, sondern auch Spiegel ihrer Betrachter – sie fordern dazu auf, genauer hinzusehen und über das Sichtbare hinauszudenken.

Für alle, die sich von dieser stillen und zugleich kraftvollen Bildsprache berühren lassen, bietet sich die Gelegenheit, ihre Werke über die Online-Plattform zu entdecken oder ein eigenes Portrait in Auftrag zu geben. Der Weg zu einem Kunstwerk von Ursula Niemand beginnt mit einem Gespräch – und endet nicht selten in einer Begegnung, die man nicht mehr vergisst.

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Portraitmalerin, Zeichnerin, Collagistin und Illustratorin

Hohenklingenstrasse 8

8049 Zürich, Schweiz

+41443411322
www.niemand-ursula.ch/

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